Ben Brix steuerte spontan einen kurzen Design-Input bei. Er entwickelt FileMaker vor allem für die internen Prozesse seines Architekturbüros – und weil er die Lösung selbst täglich benutzt, stößt er immer wieder auf kleine Verbesserungspotenziale, die er direkt ausprobiert. Eine dieser Erkenntnisse hatte er noch am selben Tag gewonnen und teilte sie mit der Runde.

Das Problem: ein zu volles Menü

Es ging um ein Navigationsmenü in seiner Lösung. In der vorherigen Fassung hatte Ben jedem Menüpunkt ein kleines Icon vorangestellt – überwiegend Dummy-Icons ohne echte inhaltliche Bewandtnis, gedacht als visuelle Unterscheidungshilfe.

In der täglichen Nutzung zeigte sich das Gegenteil: “Das wird ganz schön voll visuell, und die wichtigen Dinge gehen ein bisschen unter.” Wenn jeder Eintrag hervorgehoben wird, hebt sich am Ende keiner mehr hervor. Die für ihn tatsächlich zentralen Punkte – Standardinfos, Leistungen, Termine und Team – waren im Gesamtbild nicht mehr schnell zu erfassen.

Die Lösung: Icons gezielt einsetzen

Ben entfernte die Icons konsequent bei allen nachgeordneten Menüpunkten und behielt sie nur bei den wesentlichen Einträgen. Das Ergebnis ist eine klare visuelle Hierarchie: Der Blick wird gezielt auf die wichtigen Interaktionspunkte gelenkt, der Rest bleibt ruhig und aufgeräumt.

Eine Empfehlung, über die er vor einiger Zeit gestolpert war: Icons gehören in Menübefehle nicht flächendeckend, sondern nur zu den wesentlichen oder gezielt ausgewählten Punkten. Die Kontrollfrage lautet schlicht: Was will mir dieses Icon eigentlich sagen?

Seitenblick auf Apple

Interessant fand Ben, wie uneinheitlich Apple – einst Vorreiter mit visuellen Styleguides – selbst mit dieser Frage umgeht. Ein Blick in die macOS-Menüs genügt: Im Menü Gehe zu trägt jeder einzelne Eintrag ein Icon – alle wirken damit gleichwertig. Im Menü Darstellung bekommen einige Einträge Icons, andere nicht, und dort, wo eines fehlt, rückt der Text sogar nach links und bricht die gemeinsame Fluchtlinie auf.

Aus der Runde kam der Hinweis, dass genau diese Änderungen in der Apple-Entwickler-Community heftig diskutiert werden – wer bei John Gruber auf Daring Fireball stöbert, findet reichlich Verweise auf Beiträge zu den Inkonsistenzen. In der Vorschau auf die nächste macOS-Version scheint Apple hier bereits wieder zurückzurudern.

Fazit

Die pragmatische Anpassung in der eigenen FileMaker Lösung bestätigte am Ende eine klassische Designregel: Weniger ist mehr. Der sparsame, gezielte Einsatz von Icons macht die Oberfläche “aufgeräumter und einfacher”.