Nils Waldherr stellte mit der E-Rechnungs-Lösung der FMGarage einen pragmatischen Ansatz vor, um aus FileMaker heraus rechtskonforme E-Rechnungen zu erzeugen – ganz ohne Plugins, lokale Installationen oder externe Webservices.

Die technische Lösung

Die Konvertierung erfolgt über eine JavaScript-Bibliothek, die in einem FileMaker-WebViewer ausgeführt und direkt von GitHub geladen wird. Aktuelle Definitionen und Mappings werden dabei dynamisch nachgeladen – bei neuen Versionen ist also keine Neuinstallation der Anwendung nötig. Als Input dienen bereitgestellte JSON-Rechnungsdaten sowie ein PDF, woraus das fertige UBL-Format (XML) generiert wird.

Dies ist einer der Haupt-Vorteile des vorgestellten Moduls: Die Abhängigkeiten zur eigenen Lösung sind minimal. Updates am implementierten E-Rechnungs-Standard sollen mit minimalem Aufwand aktualisierbar sein. Die Lösung kommt zudem ohne externe Plugins aus.

Unterstützt werden derzeit die Formate:

  • XRechnung (UBL und CII)
  • UBL (Peppol BIS Billing 3.0)
  • CII
  • Factur-X / ZUGFeRD (EN 16931, Basic, Extended)

Nils demonstrierte anhand einer Beispiel-Datei wie einfach die Einbindung des gezeigten E-Rechnungs-Moduls funktioniert.

Architektur-Diskussion

Die Demo löste eine angeregte fachliche Diskussion unter den Teilnehmern aus. Ein Kernpunkt betraf den gezeigten Ansatz, PDF und XML über getrennte Wege bzw. aus unterschiedlichen Quellen zu generieren, da dies eine klassische Fehlerquelle öffnet. Dies kann insofern relevant werden, da Abweichungen zwischen PDF und XML auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können.

Rechtliche Vorgaben und GoBD-Konformität

Robert Hermann und Armin Egginger ordneten die rechtliche Tragweite ein: Maßgeblich und rechtlich bindend ist allein das XML-Format. Armin warnte, dass Abweichungen zwischen PDF und XML ab dem 01.01.2027 rechtlich nicht mehr toleriert werden.

Hinzu kommt die strenge GoBD-Dokumentationspflicht: Es muss exakt protokolliert werden, mit welchem Tool und in welcher Version eine E-Rechnung erstellt und geprüft wurde. Werden diese Prozesse nicht rechtskonform abgebildet, drohen bei Buchprüfungen Sanktionen. Armin wies außerdem auf das gerade erschienene Update ZUGFeRD 2.5 hin und erinnerte daran, dass Normänderungen innerhalb von sechs Wochen prüfbar umgesetzt werden müssen.

Fazit

Aus der Demo und der Diskussion wurden mehrere Dinge deutlich. Als Entwickler und als Anwender einer FileMaker-Lösung wünscht man sich eine möglichst einfache Integration eines E-Rechnungs-Moduls. Die durch Änderung am Standard erzwungene fortlaufende Wartung einer solchen Lösung verursachen darüber hinaus sowohl beim Anbieter der Lösung als auch beim Anwender zusätzlichen Folgeaufwand. Darüber hinaus setzen rechtliche Anforderungen enge Grenzen und bringen auch technische Implikationen mit ins Spiel.

Wer die vorgestellte Lösung von FMGarage testen möchte, kann diese unter dem nachfolgend genannten GitHub Link laden. Für die Nutzung ist eine gültige Lizenz erforderlich.