Kurz vor dem Stammtisch hatte Claris FileMaker 2026 (Version 26) veröffentlicht. Entsprechend ausführlich tauschten sich die Teilnehmer über erste Erfahrungen, Stolpersteine und Neuerungen aus.
Wie so oft beim Test eines frischen Release fallen zunächst noch vorhandene Fehler und unerwartetes Verhalten auf, bevor man sich den eigentlich neuen Features zuwenden kann.
Probleme bei Update und Installation
- ODBC-Anbindung: Bei einem Update von FileMaker Server 22 auf 26 funktionierte die ODBC-Verbindung trotz unveränderter Einstellungen nicht mehr und sorgte in einem Fall für erheblichen Mehraufwand bei der Fehlersuche.
- Java-Anforderungen: Für WebDirect wird nun zwingend JDK 21 (statt bisher Version 17) benötigt. Diese wird von FileMaker nicht mehr mitgeliefert und muss manuell als Open-Source-Variante heruntergeladen und installiert werden.
- Für die parallele Installation mehrerer Versionen kursieren in der Community inoffizielle Workarounds – vom Sichern und Zurückkopieren des Programmordners bis zum Umbenennen eines Registry-Keys unter Windows, damit der Installer eine weitere Version zulässt. Diese Wege funktionieren auf einer einzelnen Entwickler-Maschine, eignen sich aber ausdrücklich nicht für ein sauberes Deployment auf mehrere Rechner.
- Verzögerte Ladezeiten: Datenbanken, die noch auf älteren Servern (v21 oder v22) gehostet werden, lassen sich mit dem neuen v26-Client teils nur mit sehr langen Wartezeiten öffnen.
Kritik am Layout-Modus und an der User Experience
- Dynamischer Inspektor: Die neuen, sich dynamisch anpassenden Menüs im Inspektor stießen auf scharfe Kritik. Das ständige Scrollen und die wechselnde Darstellung beeinträchtigen die Effizienz spürbar. Als Workaround empfiehlt sich, einen separaten, klassischen Inspektor in einem neuen Fenster zu öffnen.
- Fehlender Werkzeug-Rücksprung: Standardmäßig springt der Cursor nach der Nutzung eines Werkzeugs (z. B. Text) nicht mehr automatisch auf das Auswahlwerkzeug zurück. Abhilfe schafft das Abwählen der Option “Werkzeuge stets fixieren” in den Einstellungen.
- Fehlende native Suchfunktion: Bei Dialogen wie “Feldwert setzen” fehlt nach wie vor eine native Suchfunktion zur schnellen Feldauswahl. Unter Windows bleibt man hier weiterhin auf Drittanbieter-Tools wie das MBS-Plugin angewiesen.
Positive Aspekte und neue Features
Trotz der Startschwierigkeiten wird Version 26 insgesamt als sehr reichhaltig im Vergleich zu v22 gelobt – die vielen neuen Funktionen bieten gute Gründe für einen relativ zeitnahen Umstieg.
Claris selbst hat die zahlreichen Neuerungen in mehrere Schwerpunkt-Bereiche gegliedert:
- Disaster Recovery & Business Continuity
- User Experience & Accessibility
- Al-Ready Architecture
- Developer Productivity
- Platform Stability & Support
Diese werden u.a. auf einer eigenen Landing-Page für Anwender und Entwickler ausführlicher erläutert:
https://community.claris.com/en/s/new-in-filemaker
Ein besonders großer Pluspunkt aus AI-Perspektive: Claris stellt nun sämtliche Dokumentationen in allen Sprachen als Markdown-Dateien auf der Website bereit – inklusive llms.txt und llms-full.txt. Das erleichtert das Auslesen der Inhalte für die Nutzung in lokalen AI-Systemen und ist ein starkes Signal, dass Claris die AI-Fokussierung ernst nimmt.
Links
- https://community.claris.com/en/s/new-in-filemaker
- https://support.claris.com/s/article/Claris-FileMaker-2026-Technical-Specifications
- https://help.claris.com/en/server-release-notes/content/index.html
- https://help.claris.com/llms.txt
- https://help.claris.com/llms-full.txt
- https://www.soliantconsulting.com/blog/filemaker-2026-executive-summary/
- https://github.com/soliantconsulting/fms-assisted-install
- https://filemaker-magazin.de/neuigkeit/4322