Holger Pfeiff präsentierte eine elegante Lösung, um die Lücke zwischen dem Handgelenk und der FileMaker-Datenbank zu schließen. Da es keine native „FileMaker Go“-Version für die Apple Watch gibt, zeigte Holger, wie man mit Bordmitteln von iOS und dem Tool „DataJar“ dennoch eine praxistaugliche Anbindung realisiert.

Die Herausforderung: FileMaker „Headless“ auf der Uhr

Die Apple Watch bietet bauartbedingt keinen Platz für komplexe FileMaker-Layouts. Der Anwendungsfall liegt hier nicht in der Bearbeitung umfangreicher Datensätze, sondern in Micro-Interaktionen: Status-Updates, Zeiterfassung oder das Abrufen kurzer, prägnanter Informationen, ohne das iPhone aus der Tasche nehmen zu müssen. Als Beispiel nannte Holger die Situation, per Sprachkommando auf dem Motorrad eine Tank-Rechnung zu erfassen, ohne Handschuhe und Helm abzunehmen.

Der Lösungsansatz: Kurzbefehle als Brücke

Da FileMaker Go auf der Watch fehlt, nutzt Holger die Apple Kurzbefehle-App (Shortcuts) in Kombination mit dem Tool DataJar:

Apple Kurzbefehle
https://support.apple.com/de-de/guide/shortcuts/welcome/ios

FileMaker Go: Running scripts through Shortcuts and Siri
https://help.claris.com/en/go-development-guide/content/siri-shortcuts.html

DataJar (iOS)
https://datajar.app

Workflow:

  1. Eingabe: Kurzbefehl auf der Watch wird per Spracheingabe getriggert, Eingabewerte optional in DataJar abgelegt.
  2. Nachricht wird ans iPhone geschickt, welche dort per Kurzbefehl ein Script in FileMaker Go startet.
  3. FileMaker Go berechnet das Ergebnis – fragt optional Daten ab – und schickt dieses an einen Kurzbefehl, welcher die Daten in DataJar zurück schreibt.
  4. Ausgabe: Per Sprachbefehl auf der Watch wird ein Kurzbefehl gestartet, welcher das gewünschte Ergebnis aus DataJar abfruft und vorliest.

Praxisbeispiele

Holger demonstrierte, wie die Bedienung in der Praxis abläuft:

  • Status-Trigger: Ein Techniker kann per Fingertipp auf die Uhr den Status eines Arbeitsauftrags auf „Erledigt“ setzen. Im Hintergrund sendet die Uhr einen Datensatz, der den Zeitstempel und den Status direkt in der FileMaker-Datenbank aktualisiert.
  • Abfrage von Lagerplätzen: „In welchem Regal liegt die Box mit Artikel X?“ – Die Uhr sendet die Anfrage, empfängt den Wert via Kurzbefehl aus FileMaker Go auf dem iPhone und zeigt ihn als einfache Textnachricht auf dem Display der Uhr an.
  • Diktierfunktion: Dank der exzellenten Spracherkennung der Apple Watch können kurze Notizen diktiert werden, um z.B. unterwegs Sehenswürdigkeiten zusammen mit GPS-Koordinaten festzuhalten.

Fazit

Es wurde deutlich, dass die Apple Watch eine hervorragende Ergänzung für die FileMaker-Plattform darstellt, sofern man sich auf gezielte Trigger und Statusabfragen konzentriert. Die Steuerung über Kurzbefehle und Spracheingabe macht die Apple Watch zu einer Art „Fernbedienung“ für die eigene FileMaker Lösung. Dies ist insbesondere in solchen Situationen ein Zugewinn, wenn man keine Hand frei hat, um ein Handheld-Device während des Workflows zu bedienen. Die Apple Watch sitzt am Handgelenk und kann per Sprachkommando Aktionen ausführen.